Brescia, Treviso und Padua
Zwischen dem Barolo- und dem Prosecco-Gebiet lagen 450 km Autobahn, sicherlich gut zu bewältigende fünf Stunden Fahrt. Aber wir wollten weder so lange im Auto sitzen noch uns zwischen den Zielen hetzen. Der Plan war, unterwegs ein paar Tage hier und ein paar Tage dort zu verbringen. Das „hier” war Brescia und das „dort” war Padua, mit einem mehrstündigen Zwischenstopp in Treviso.
Der alte Dom von Brescia und der neue Dom bei Nacht auf der Piazza Paolo VI
Brescia war eine totale Überraschung. Wir hatten keine großen Erwartungen, aber diese Stadt hat uns schnell in ihren Bann gezogen. Der Reiz von Brescia lag darin, dass es kaum Touristen gab, obwohl es viel zu sehen gab. Eingebettet in den Ausläufern der Alpen zwischen Bergamo und Verona, tauchten wir in die authentische italienische Lebensart vergangener Zeiten ein und waren begeistert. Eine Nacht im Stadtzentrum war viel zu kurz, um Brescia wirklich kennenzulernen, und wir würden gerne eines Tages für einen längeren Besuch zurückkehren und vielleicht sogar hier leben.
Nur einen Katzensprung von Padua entfernt, hatten wir viel Gutes über Treviso gehört und beschlossen, uns die Stadt anzusehen. Der Einfluss des nahe gelegenen Venedigs (wo wir vor zwei Jahren Italienisch gelernt hatten) war in Treviso deutlich zu spüren. Die Stadt bot eine perfekte Mischung aus Altstadt und modernem Einkaufsviertel. Wir fühlten uns sehr wohl, als wir durch die Innenstadt schlenderten, nachdem wir unser Auto mit all unseren Habseligkeiten auf einem kostenpflichtigen Parkplatz am Rande der Stadt abgestellt hatten. Die Kanäle von Treviso schlängeln sich wie in Venedig durch die Stadt, und wenn man durch die engen Gassen schlendert, entdeckt man offene Märkte mit Ständen, an denen frisches Gemüse, Fisch und Fleisch angeboten werden.
Padua war von Anfang an unser Ziel für diese Etappe unserer Reise. Es war nicht nur deshalb ein wichtiger Punkt, weil Gitty vor einigen Jahren hier einen Aquarellkurs bei Onda Creativa (zum Malen mit Nicholas Lopez) besucht hatte, sondern auch, weil sich das zehntbeste Restaurant des Jahres 2022 in Padua befand und wir dort einen Tisch reserviert hatten. Le Calandre, ein mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant, bot drei Degustationsmenüs an, von denen wir das erste wählten und nun gerne irgendwann auch die beiden anderen probieren möchten. Es war das fantastischste Degustationsmenü, das wir je gegessen haben.
Padua hat eine beeindruckende Altstadt, deren architektonischer Stil stark von der nahe gelegenen Stadt Venedig beeinflusst ist. Eine weitere italienische Stadt, die wir in Zukunft gerne einmal ausführlicher erkunden würden.
Nur ein paar kurze Sprünge vor Prosecco, aber jede Stadt brachte mehr Freude als die letzte, und wir hatten einfach das Bedürfnis, sie unseren Freunden vorzustellen.